Warum Theater an der Universität?
Seit Oktober 2008 gibt es unsere Theatergruppe S.U.B.-Kultur (Schauspiel Uni Bonn). Der erste Impuls fürs Schauspiel war natürlich das Bedürfnis, neben einem anstrengenden Studienalltag einen Ausgleich zu finden. Aber was spielen? Sich selbst? Einen anderen? Schnell hat es sich dahin entwickelt, dass wir Geschichten erzählen wollen, die mit uns zu tun haben, aber auch gesellschaftlich-politisch relevant sind. Bei der Entscheidung für unsere Stücke, egal ob klassisch oder modern, geht es immer um Themen, die uns heute akut beschäftigen. Der Wert des Individuums? Die Frage nach Machtverhältnissen, Abhängigkeiten und den Wert von Arbeit? Die Auswahl unserer Stücke „Der Streit“ (2009) von Pierre Marivaux, „Kasimir und Karoline“ (2010) von Ödön von Horváth, „Macht Kunst Liebe“ (2011) und unsere aktuelle Produktion „Das Orchester“ von Jean Anouilh sind Auseinandersetzungen mit diesen Fragen.
Großgesprochen geht es um Theater als Erkenntnisform, aber nicht rein theoretisch, sondern für die mimenden Studenten sinnlich und geistig erfahrbar. Spielend zu einer Erkenntnis zu gelangen, ist in unserem (Studien-) Alltag ein ungewöhnlicher Weg. Manchmal irritierend – wenn er gelingt – macht er Spaß.


